Gisela sorgt künftig für viel kürzere Wege
- RWW-Vertrag mit Verwaltungen
HOLSTERHAUSEN. Um künftig einen Wust von Verwaltungsakten zu umgehen, hat die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW) mit Vertretern von Bezirksregierung und Kreisen einen Kooperationsvertrag geschlossen.
In diesem umfangreichen Vertragswerk geht es um ökologisches Flächenmanagement. Ziel soll es sein, fortan gesammelte freiwillige Ausgleichsmaßnahmen des RWW anzurechnen. Mit dieser Vereinbarung, die in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Gebietskörperschaften, Behörden, Organisationen und Verbänden entstanden ist, wird erstmals in Nordrhein-Westfalen eine praktikable Regelung für eine Öko-Kontierung umgesetzt, wie sie im neuen Baurecht vorgesehen und aus landesplanerischer Sicht erwünscht ist, so RWW-Geschäftsführer Gerd Müller vor der gestrigen Vertragsunterzeichnung im Dorstener Wasserwerk. Zu den Vorteilen dieser bislang einzigartigen Kooperation äußerte sich auch Stefan Klaucke, Abteilungsdirektor der Bezirksregierung in Münster: Verwaltungsverfahren können auf diese Weise vereinfacht und beschleunigt werden, da es in Zukunft bei Eingriffen in die Natur und Landschaft einfacher sein wird, zeitnah und effektiv notwendige Kompensationsmaßnahmen zu realisieren.
Flächen mit einem hohen Entwicklungspotential können demnächst gezielt entsprechend den ökologischen Leitbildern aufgewertet werden. So wurden als ein Beispiel die schützenswerten Lippeauen genannt. Gleichzeitig werde dem Gewässerschutz gedient, da es zur Ausweitung vorhandener Flächen kommen wird. Im Gegensatz zum bisherigen Vorgehen kommt es zukünftig bereits im Vorfeld von Eingriffen ins natürliche Gleichgewicht zu so genannten Ausgleichsmaßnahmen. Somit werde es auch nicht mehr zu einem unerfreulichen Zeitverlust kommen.
Recklinghausens Oberkreisdirektor Ulrich Noetzlin ergänzte: Dies ist eine Premiere für unseren Kreis. Und nicht zuletzt geht es um eine nachhaltige Lebensraum-Sicherung für Mensch und Tier. Bei der Kreisverwaltung wird das Projekt den Namen Geographisches Informationssystem im Emscher-Lippe-Raum tragen kurz und knackig einfach GISELA.
Quelle: o.V.: Gisela sorgt künftig für viel kürzere Wege. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, vom 01.06.1999.

